Der Mensch muss schaffen

Der Mensch lebt, um zu erschaffen. Sein Verlangen ist es, sich zu verwirklichen und kreativ seine Umwelt zu prägen. Das Handwerk ermöglichte erst den Siegeszug der menschlichen Rasse, und Schneidwaren sind eines der ersten und wichtigsten Werkzeuge dabei.

In jedes meiner Werke lasse ich einen Teil von mir mit einfließen. Emotionen sind der Antrieb des Handwerks. Das rohe Eisen frei zu formen ist die Herausforderung, der ich mich gern immer aufs Neue stelle. Das Ergebnis ist nie das gleiche, und dennoch immer auf seine individuelle Weise wunderschön – und somit auch ein wenig menschlich.

Zur Person

Ich wurde am 18. Dezember 1989 in der Hansestadt Lübeck geboren und verlebte meine Kindheit in Bad Schwartau. Meine Eltern förderten schon immer meine kreativen und handwerklichen Interessen und ermöglichten mir in dieser Hinsicht, wie auch in jeder anderen, eine sehr freie Entfaltung. Nachdem ich im Jahr 2008 die Schule mit dem Abitur abschloss, erlebte ich zehn interessante Monate bei der Bundeswehr. Dann verschlug es mich erneut in eine Hansestadt – diesmal Greifswald, wo ich Betriebswirtschaftslehre studierte. Im Studium bestätigte sich mein kaufmännisches Interesse, auch wenn mir die Universität zu trocken war. Auf der Suche nach Praxis kam ich zurück nach Hause und bin seitdem Kaufmann und technischer Kundenberater. Meine Wurzeln wiedergefunden, baute ich die Werkstatt neu auf und stieg wieder in das wunderbare Handwerk des Messermachens und Schmiedens ein.

Portrait 2013
Portrait 2013

Wie alles begann

Entwurf eines Messers
Entwurf eines Messers

Schon als Kind faszinierte mich das Handwerk. Ich war immer begeistert davon, Dinge zu erschaffen, und erhielt von meinen Eltern jede Unterstützung, die ich mir wünschen konnte. So kam es, dass ich mit 3 Jahren schon unter väterlicher Aufsicht erste Versuche mit der Bohrmaschine wagen durfte. Mit etwa 14 Jahren sammelte ich Erfahrungen im Schmieden, nachdem ich im Internet las, wie man eine einfache Erdesse bauen kann. Die einfache Konstruktion aus Rohr, Fön und einem Erdloch wich bald einer selbstgebauten Gasesse, die weit sauberer, leistungsfähiger und effizienter ist. Parallel zum Schmieden wagte ich mich auch ans „Stock-Removal“, das Schleifen von Klingen aus Flachstahl.

Mein persönlicher Stil sind organische Formen und Materialien, die ein optisches und haptisches Erlebnis bieten, welches mir mindestens genauso wichtig ist wie die Funktion. Ein gutes Werkzeug ist schön anzusehen und funktionell zugleich.

Signatur

Meine Werke werden mit einem Schlagstempel signiert, der das Lübecker Hansewappen neben dem Initial meines Nachnamens abbildet. Mit Lübecker Herkunft und mein Leben lang im Vorort der alten Hansestadt wohnend, bin ich den hanseatischen Idealen sehr verbunden. Handwerk und Handel wurden in der Hansezeit groß, die Welt offener und die Machtverteilung gerechter.  Bis heute befindet sich das „Lübsche Schild“ im Herzen des Lübecker Stadtwappens.

Viele meiner Messer und aufwändigeren Arbeiten werden mit Zertifikat ausgeliefert, welches mein Siegel in Wachs trägt. Das Siegel bildet ebenfalls das Zeichen der Schmiede ab, zu dessen Fuß stilisierte Wellen und über welchem in Anlehnung an die Hansezeit „Lubeke“ zu erkennen sind. Eingefasst ist das Bild in meinen vollen Namen.

Schmiedemarke eingeschlagen
Schmiedemarke eingeschlagen
Wachssiegel
Wachssiegel

Die Werkstatt

Hammer und Amboss
Hammer und Amboss

In der Werkstatt finden sich aktuell zwei Essen, die beide mit Gas betrieben werden. So ist sauberes Schmieden möglich. Je nach Größe des Werkstückes wird die größere oder die kleinere Esse benutzt. Neben den Essen und den klassischen Schmiedewerkzeugen wie Hammer, Amboss, Zangen, Dornen, Meißeln und Gesenken, findet sich auch eine überschaubare Anzahl an elektrischen Geräten in der Schmiede. Diese werden lediglich genutzt, um einfache Arbeiten schneller und präziser durchführen zu können, und reduzieren sich auf Winkelschleifer, Bandschleifer, Bohrmaschine sowie Polierbock.